Nasren

Kultur

Lebensweise

Wie bereits erwähnt, führen die Nasren ein eher zurückgezogenes Dasein und wissen sich notfalls auch zu wehren. Sie sind ebenso wie die Morag sehr stadtbezogen, aber besiedeln Landstriche, die schwer zugänglich sind und in deren Nähe möglichst wenige Abkömmlinge anderer Völker leben. Zu ihren bevorzugten Gebieten gehören versteckt liegende Gebirgsregionen genauso wie sumpfige Gegenden und auch große, dicht bewachsene Wälder. Überaus selten kommt es vor, dass Nasren in frei einsehbaren Niederrungen siedeln, wo sie bereits von Weitem von jedermann entdeckt werden können.

Aufgrund dieser Auswahl an Besiedelungskriterien stehen die Nasren, die Versorgung betreffend, vor einem mittelschweren Problem. Landwirtschaft ist in den meisten Fällen in größerem Ausmaß schlichtweg nicht möglich. So ist der Großteil von ihnen reine Selbstversorger, die in kleineren, weitläufig gelegenen Ortschaften organisiert sind und von dem leben, was die Natur um sie herum bereithält. In Fällen, da großräumigere Regionen besiedelt sind, gibt es vergleichsweise viel Ackerbau und Viehzucht. Dort existieren auch vereinzelt größere Städte. Sie dienen den Nasren innerhalb eines Landstriches als Handelsknotenpunkt.

Magie

Die Magie nimmt bei den Nasren einen unschätzbaren Stellenwert ein. Sie ist eine Macht, mit der dieses Volk eine Möglichkeit gefunden hat, sich in vielen Lebensbereichen zu behaupten. Vorwiegend bedienen sie sich der weit gefächerten Elementarmagie, um ihre Standorte zu verschleiern und zu schützen. Im Falle von Angriffen durch die Nasrime oder sogar anderer Völker zögern sie nicht ihre Macht entsprechend einzusetzen.

Obwohl die Magie ihre stärkste Verteidigungsmaßnahme darstellt, sind wenige Nasren in der Lage sie auch anzuwenden. Im Umgang mit der Elementarmagie sind viel Wissen, Selbstbeherrschung, Geschick, Verständnis und Übung gefragt. Die elementaren Kräfte Katarias zu bändigen und heraufzubeschwören ist keine Kleinigkeit und hat schon so manchem Magiewirker das Leben gekostet.

Glaube

Der Glaube hat bei den Nasren einen überaus wichtigen Stellenwert und entstand zeitgleich mit ihnen. Gemäß ihrer Ansichten ist das von ihnen geführte Leben eine Prüfung und erst im Tod entscheidet sich, ob sie die Prüfung bestanden haben oder nicht. Nasren glauben fest an eine anschließende Wiedergeburt in ein neues Leben, dass weit weniger gefährlich und belastend sein soll, als das, welches sie ihrer degenerativen Vergangenheit zu verdanken haben.

Für die Nasren sind die Shivoun und Xaovoun die Wegwächter zum Zeitpunkt ihres Todes. Während die Shivoun ihre Seelen, ohne einen Unterschied unter ihnen zu machen, mit sich nehmen und ins Reich der Erholung einkehren lassen, damit sie entweder erneut das Leben einer Prüfung durchleben müssen oder eine belohnende Wiedergeburt erfahren, warten die Xaovoun nur auf einen Fehler der Shivoun in diesem sehr wichtigen Moment. Sie sind im Glauben der Nasren die bösen Geister der Unterwelt, die nach den Seelen und Körpern der Verstorbenen gieren, um sich ihrer nach eigenem Ermessen zu bedienen.

Rituale

Es gibt wenige Rituale bei den Nasren, aber dafür sind sie im gesamten Volk gültig. Es gibt neben den großen Ereignissen wie Geburt, Tod, Erwachsenwerden, Eheschließung und zu den Jahreswechseln keine besonderen Feierlichkeiten. Dafür finden regelmäßige Treffen in Bethäusern ihrer Ortschaften und Städte statt. In den großen Handelsknotenpunkten gibt es anstelle der Bethäuser sog. Bettempel. Sie sind viel größer und fassen mehr Besucher. Doch egal, in welchen Andachtsort die Nasren schlussendlich einkehren, dort gedenken sie ihrer Sterblichkeit und beten zu den Shivoun. Sie bitten um genügend Kraft und Standhaftigkeit für den ihnen auferlegten Weg des Lebens.

gesellschaftlicher Struktur

Die nasrenische Gesellschaft ist nach Art einer hierarchischen Pyramide aufgebaut. An der Spitze steht kein weltlicher Herrscher, sondern ein geistlicher Führer, der durch die darunter folgende Priesterschaft gestützt wird. Mit der ihnen unterstellten Miliz, seltener Militär, hat sich über lange Zeit hinweg eine zuverlässige Herrschaftsform entwickelt. Getragen wird die Führungsspitze der gesellschaftlichen Pyramide von der Mittelschicht und der Unterschicht.

Die Mittelschicht kommt vorwiegend in den größeren Städten der Nasren vor und beherbergt höher gestellte Berufe bzw. höher gestellte gesellschaftliche Tätigkeiten. Zudem findet hier die gehobene Bildung statt, die weit über das in der Unterschicht gelehrte Wissen hinausgeht. Zugang zu dieser Art von Bildung besitzen vorrangig nur Nasren, die auch der Mittelschicht angehören.

Die Unterschicht der nasrenischen Gesellschaft findet sich überall auf dem Land und in kleineren Ortschaften. Sie ist geprägt durch das Leben eines Selbstversorgers. Alle dazu gehörigen Tätigkeiten sind hier zu finden. Die Bildung beschränkt sich hierbei auf das familiär weiter gegebene Wissen oder mit etwas Glück durch eine verhältnismäßig gering aufgestellte Schule, in der nicht viel mehr gelehrt wird wie Lesen, Schreiben und Rechnen.

Mit ihrer Geburt werden die Nasren in die jeweilige gesellschaftliche Schicht hineingeboren und sehen sich großen Hindernissen gegenüber, um aus ihren gesellschaftlichen Kreisen auszubrechen und aufzusteigen, wenn sie dieses Ziel verfolgen. Dies ist vor allem der nicht immer frei zugänglichen Bildung geschuldet und zum anderen der Besiedelung ihrer Landstriche. Denn dort, wo es nur Selbstversorger gibt, kann niemand einfach so in den Mittelstand aufsteigen. Die Voraussetzungen dafür sind schlichtweg nicht gegeben.