Das Schattenreich – Exil der Xaovoun

Ursprünglich war das Schattenreich eine 1:1 Abbildung Katarias, phasenverschoben und komplett materielos, ein Spiegel durch den man wandelt und gleichzeitig das Spiegelbild betrachtet. Materie wie in der Welt der Sterblichen gibt es nicht. Bäume, Berge (fast) alles ist nur eine Illusion. Eine Ausnahme von der Illusion sind die sog. Lebensadern, die die Existenz der Voun sicherten und gleichzeitig die Verankerung/Abgrenzung ihres Exils bildeten.

Auf der sterblichen Ebene – Kataria – bildet Wasser die Lebensgrundlage aller Lebewesen. Im Exil der Voun ist das Wasser nichts anderes als Makra, der „Stoff“, dem diese Geisterwesen ihre Existenz verdanken – roh, konzentriert und eine gewaltige Macht. Die Natur des Makra ist es, sich auszubreiten und so war das Exil stets erfüllt von dieser magischen Strömung. Alles war in ein silberblaues Glühen getaucht. Quell des Makras waren die Abbildungen von Meere, Flüssen und Seen, die durch ihre besonders hoch konzentrierte Form eine gewisse Dichte erhielten und damit die Lebensadern ihres Exils bildeten.

So war es zu Anfang der Fall. Im Laufe der Zeit veränderten sich die Voun und ihr Exil.

Komplett abgeschottet von der Ebene der Sterblichen, waren sie mit sich und ihren Ansichten alleine. Etwas Unvorhergesehenes geschah. Ihr Denken, das einst ihre existenzbestimmende Aufgabe mit sich brachte, verstärkte sich. Zudem erzeugte die Verbannung bei ihnen einen unsagbaren Hass auf ihre konkurrierenden Brüder und ihre Schöpferin, die Göttin Scheeseecha, und schließlich auf alles Leben.

Dieser Hass verdarb schließlich das exilerfüllende Makra, zunächst nur das der Umgebung, danach die Lebensadern. Am Ende kehrte das verdorbene Makra zu den Voun zurück. In gegenseitiger Wechselwirkung entstanden die Xaovoun und das Schattenreich. Seither ist es in Dunkelheit gehüllt mit einem örtlich auftretenden violettfarbenen Schimmer. Die Lebensadern sind zu einer tiefschwarzen Masse geworden, der ein ähnlicher, aber weitaus gefährlicheres Glühen anhaftet. Zugleich beherbergen die magischen Gewässer grauenvolle Geschöpfe, die selbst „gewöhnliche“ Xaovoun aussehen lassen wie harmlose Schatten.

Diese chaotischen Wesen werden jedem und alles gefährlich, der sie nicht zu zügeln vermag. Aus dem Grunde meiden geringmächtige Xaovoun die Nähe größerer Lebensadern. Selbst die Mächtigsten unter ihnen sind nicht in der Lage, die Lebensadern zu überqueren. Innerhalb des Schattenreichs konnten sich so Hoheitsgebiete mächtiger Xaovoune und ihrer Gefolgschaft entwickeln.

Diese gefährliche Entwicklung sorgte für ein Aufweichen der einst so starren Grenzen des Exils, genau zu jenem Zeitpunkt als das Volk der hoch entwickelten Sanmaren ihre ersten Versuche mit einer Langstreckenportaltechnologie auf Kataria testete. Die Grenzen des Exils bekamen Risse. Das ermöglichte es den Xaovoun zu jener Zeit und noch im Nachhinein eine Verbindung zwischen dem Schattenreich und Kataria zu schlagen, wenngleich eine sehr instabile, die ihnen kaum einen direkten Einfluss auf der Ebene der Sterblichen erlaubt. Sie sind somit nicht in der Lage, das Schattenreich zu verlassen. Im Gegenzug ist es jedoch den Sterblichen mittels Magie möglich, ins Schattenreich zu gelangen. Die Grenzen waren nie dafür geschaffen worden, Sterbliche abzuhalten, sondern nur magische Wesen zu binden.