Arbeitsprobe: Korrektorat

Nachstehend zeige ich Dir, wie meine Korrektur zustande kommt und wie Du damit verfahren kannst. Denn ich gebe nur Korrekturvorschläge an Dich weiter und verändere nicht eigenmächtig Deinen Text. Die endgültige Entscheidung darüber triffst alleine Du.

Links siehst Du einen Text voller Fehler. Zur besseren Betrachtung kannst Du hier klicken und vergrößern. Dieser Hinweis gilt übrigens für sämtliche Beispielbilder.

(Quelle: https://designers-inn.de/blindtexte/)

Der Einfachheit halber zeige ich Dir eine Beispielkorrektur für die ersten Sätze. Ich nutze bei Word eine ganz bestimmte Funktion. Du findest sie im Reiter Überprüfen des Menübandes von Word im Bereich Nachverfolgung

(Hier klicken zum vergrößern.)

Wie Du auf dem Bild sicher schon erkannt hast, finden sich meine Korrekturvorschläge innerhalb des Textes wieder. Von mir als falsch angesehene Textbestandteile werden in roter Farbe durchgestrichen dargestellt. Dahinter folgt die Verbesserung. Auf diese Weise korrigiere ich sämtliche Rechtschreibfehler, ordne ganze Sätze neu, setze die Satzzeichen an die richtige Position usw.

Natürlich wirkt der Text dadurch aufgebläht. Aber keine Sorge, das kompensiert sich später wieder. Wie das geht und was Du tun musst, zeige ich Dir jetzt.

Betrachte zuerst das Menüband im Bereich Änderungen. Dort finden sich blaue und rote Markierungen in Gestalt eines Punktes. 

(Hier klicken zum Vergrößern.)

Setze den Cursor an den Anfang des Texte, direkt vor das erste Wort. Mit der Funktion weiter oder zurück (rote Punkte) springst Du im Text in die jeweilige Richtung. Die Stelle, an der Du Dich aktuell befindest, ist mit blauer Farbe hinterlegt. Nun musst Du Dich nur noch entscheiden, ob Du meinen Korrekturvorschlag annehmen willst oder nicht. Dazu nutze die Funktionen Annehmen oder Ablehnen – gekennzeichnet durch die blauen Punkte. 

Du musst 2x auf den jeweiligen Button klicken, um den Vorschlag entweder zu akzeptieren oder zu verwerfen. Wie sich das im Einzelnen zeigt, verdeutlichen zwei nachstehende Bilder. 

(Bilder anklicken zum Vergrößern.)

Wie Du siehst, wird die Korrektur schrittweise durchgeführt. In Bild 2 erinnert nichts mehr an meinen Vorschlag für das erste Wort am Textanfang. Zudem springt die blaue Markierung des Hintergrundes sofort zum nächsten Korrekturvorschlag weiter.

Arbeite Dich Schritt für Schritt durch jede Markierung. So überprüfst Du auch noch einmal, ob Du mit meinen Vorschlägen einverstanden sind. Natürlich kannst Du Dir die Mühe sparen und sofort alle Korrekturvorschläge annehmen. Du siehst den kleinen Pfeil unter der Funktion Annehmen? Dort findest Du die gesuchte Abkürzung. Das Gleiche gilt natürlich für den Fall, solltest Du meine Vorschläge allesamt ablehnen wollen.

Nachdem Du meine Korrekturen vollständig bearbeitet hast- auf die eine oder andere Weise – erhältst Du einen Reintext wie im nachstehenden Bild abgebildet.

Per Klick aufs Bild vergrößern.

Arbeitsprobe Lektorat

Der nebenstehende Text (Quelle: https://designers-inn.de/blindtexte/) dient mir als kleine Demonstration für mein Vorgehen bei einem Lektorat. Wie man sieht, umfasst der Originaltext lediglich Kleinbuchstaben. Zur besseren Lesbarkeit ist der Text von mir bereits grob korrigiert worden. 

(Hier klicken zum Vergrößern der Ansicht.)

Das Lektorat umfasst die Überprüfung auf:

  • verwendete Zeitformen
  • Lesefluss
  • Verständlichkeit
  • Ausdruck
  • Wortwiederholungen & Füllwörter

Die Leistung eines Korrektorats wird hier nur am Rande berücksichtigt. Offensichtliche Fehler bereinige ich gleich mit – wie im Artikel für die Arbeitsweise beim Korrektorat nachzulesen ist. Mein Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Leistung des Lektorats und die erfolgt nicht ausschließlich per in-Text-Korrektur. Ich spüre nur die Schwachstellen im Text auf.

Ein mögliches Ergebnis kann so aussehen, wie rechts im Bild dargestellt ist. Wortwiederholungen markiere ich wenn möglich mit einem gelben Hintergrund, damit sie sofort auffallen. Schnell auszuführende Verbesserungen in den anderen Bereichen erfolgen direkt im Text. Alle anderen Mängel versehe ich mit einem Randkommentar, dem je nach Einzelfall noch eine Erklärung und/oder ein Beispiel folgt.

(Hier klicken zum Vergrößern der Ansicht.)

Die Bearbeitung für Dich ist fast dieselbe wie bei der Korrektur. Kommentare müssen gelöscht und die in-Text-Korrektur angenommen oder abgelehnt werden (hier nachzulesen). Die gelben Hervorhebungen entfernst Du, indem Du mit gedrückter linker Maustaste den Satzbestandteil markierst und im Menüband den Reiter Start auswählen. Im nachstehenden Bild siehst Du, wo die Funktion (roter Punkt) zu finden ist.

(Hier klicken zum Vergrößern der Ansicht.)

Wenn Dir das zu viel Aufwand ist, lösche den Satzbestandteil einfach raus, wie Du es beim Schreiben auch machen würden. Dadurch wird auch die gelbe Markierung unwiderruflich gelöscht und Du kannst ganz normal an dieser Stelle weiterschreiben.

Arbeitsprobe: Buchsatz

Ich gehe an dieser Stelle davon aus, dass der Begriff Buchsatz geläufig ist. Wenn das nicht der Fall ist, verweise ich auf eine ausführliche Erklärung an dieser Stelle. Ausgehend davon beginne ich mit meiner Darstellung auch am eigentlichen Buchinhalt, dem Text, der Geschichte des Autors. Als Beispiel dient mir ein weiteres Mal der Blindtext, der mir zur Erläuterung meiner Arbeitsweise für das Lektorat und Korrektorat vorlag.


Das Setzen mittels Layoutprogramm

Für den Buchsatz verwende ich den Publisher von Microsoft. Der Publisher ist ein Layoutprogramm und deutlich besser geeignet für das Setzen eines Textes als das Texterstellungsprogramm MS Word. Mit den richtigen Einstellungen lässt sich die Registerhaltigkeit der Zeilen für den ganzen Buchblock definieren. Meine Vorlage sieht so aus: 

Zu sehen ist die Gestaltungsvorlage einer Doppelseite im Buch mit den sog. Basislinien (horizontal verlaufend). An ihnen richtet sich der spätere Text aus. Die Basislinien orientieren sich an der Schriftgröße und deren Zeilenabstand. Ist diese Einstellung erst einmal getätigt, zieht sie sich durch das ganze Dokument. (Anmerkung: Die Rautensymbole sind Platzhalter für die fortlaufende Seitenzahl).

(Klicken zum Vergrößern der Abbildungen.)

Sobald der Text in diese Vorlage eingepasst ist, beginnt die Arbeit. Das nebenstehende Bild zeigt die Ausgangslage. Voreingestellt sind die Schriftart Palatino Linotype, Schriftgröße 10 für den Text und Schriftgröße 14 für die Überschrift als Kapitelanfang.  Gewählt habe ich Palatino Linotype, da diese Schrift sehr häufig in belletristischen Büchern vorkommt. Sie zählt zu den Serifenschriften und besitzt eine gefällige Spationierung.

(Klicken zum Vergrößern der Abbildung.)

Auf dem ersten flüchtigen Blick lässt sich nicht viel am Text bemängeln. Doch das ändert sich, wenn wir genauer hinsehen, was bei einem Leser der Fall ist, sobald er die Geschichte liest. Im Folgenden Bild sind alle Fehltritte farbig markiert. Rot steht hierbei für die Silbentrennung, Blau für die Textlücken und Gelb für Schusterjungen, Hurenkinder und Fliegenschiss. Zur besseren Darstellung sind die Basislinien ausgeblendet.

Leider ist der Text schon recht optimal. Aber es sind dennoch einige Mängel ersichtlich. Seite 2 ist nach Beginn des Kapitels nicht vollständig beschrieben. Daher sind 7 Silbentrennungen meiner Meinung nach das Höchste der Gefühle. Schöner wäre es, wenn sich die Anzahl reduzieren ließe. Besonders störend wirkt die Silbentrennung in der ersten Zeile. Aber der Text sieht nicht danach aus, als könnte man das ohne größere Konsequenzen lösen. Ein Initial wäre eine Maßnahme, sofern der Arbeitsauftrag dazu entsprechend lautet.

(Klicken zum Vergrößern der Abbildung.)

Wenn der Autor Veränderungen am Text, bis auf Synonyme oder Füllwörter, ausgeschlossen hat, dann sind mir hier die Hände gebunden. Das Ziehen der ersten Silbe in die nächste Zeile hätte eine Lücke zur Folge. Je nachdem wie groß die sein wird, gilt es abzuwägen, was günstiger für den Text ist. Denn wie man an den blauen Markierungen erkennt, sind Textlücken alles andere als schön und der Schusterjunge (gelbe Markierung) trägt nicht gerade zur Verbesserung des Textbildes bei.

Das Ergebnis für Seite 2 sieht demnach wie folgt aus. Ich habe mich für das Eliminieren der ersten Silbentrennung entschieden. Wie schon zu erwarten war, entsteht so zwischen den Wörtern ein wenig mehr Platz. Da aber auf derselben Seite, alle anderen Textlücken wunderbar behoben werden konnten, ist es ein Kompromiss und bleibt so stehen. Nebenbei fällt auf, dass die Silbentrennungen sinniger ausfallen und weniger geworden sind. Wer genau hinsieht, wird zwei Füllwörter vermissen. Sie waren hinderlich für den Buchsatz und ihr Fehlen verändert den Sinngehalt des Textes nicht. Auch das gehört zur Arbeit des Setzens.

(Klicken zum Vergrößern der Abbildung.)

Solche Änderungen bedingen allerdings die Erlaubnis des Autors, wie bereits weiter oben erwähnt. Zu guter Letzt ist auch der Schusterjunge verschwunden. An dieser Textpassage war es möglich, den Absatz zu streichen und das Problem ist gelöst. So einfach ist das nicht immer. Es kommt sehr auf den Text an.

Die optische Verbesserung von Seite 2 hat allerdings Seite 3 in Mitleidenschaft gezogen. Es sind viele Textlücken entstanden. Daneben fällt noch eine weitere Sache auf, die Wortwiederholung „Text“ in zwei direkt aufeinander folgenden Zeilen. Das geht gar nicht und sollte nur in Form eines Kompromisses zugelassen werden. Die Anzahl der Silbentrennung dagegen ist in Ordnung.

Wie zu erkennen ist, habe ich einen neuen Absatz eingefügt, passenderweise so, dass kein Hurenkind dabei herausgekommen ist (grüne Markierung). Der Grund waren die Textlücken. Sie haben sich mit anderen Mitteln leider nicht ganz schließen lassen und dieses Vorgehen brachte den gewünschten Effekt. Alle anderen Lücken ließen sich problemlos bearbeiten und die Anzahl der Silbentrennungen ist unverändert geblieben.

(Klicken zum Vergrößern der Abbildung.)


Schlusswort

Beim Setzen wird von Absatz zu Absatz und Seite zu Seite gearbeitet.  Das Ergebnis solch einer Arbeit ist ein PDF, wie es für den Druck des Buchblockes in Druckereien benötigt wird. 

Ich hoffe, der kleine Exkurs in das Setzen eines Textes war interessant. Wenn ich Dich von meiner Vorgehensweise überzeugen konnte und Du jemanden brauchst, der Deinen Text in Form bringt, darfst Du gerne auf mich zukommen.