Zeichnen im Auftrag: Fantasykarte

Es gibt so viele unterschiedliche Stile, dass ich mich beim Betrachten manchmal nicht entscheiden kann, welche Karte von welchem Künstler ich nun schöner finde. Das hat bei mir geradezu die Lust geweckt, das auch schaffen zu können. Allerdings war es absolut nicht leicht, meinen eigenen Stil zu finden, geschweige denn, die Techniken zu lernen. Aber … ich habe es geschafft!

Seither sind in meiner Freizeit einige Karten von meiner Fantasywelt entstanden. Fertige Karten und ausgewählte Arbeitsschritte meiner aktuellen Arbeit zeige ich gerne auf Facebook und Instagram. So kam es, dass ich mit einem Autorenkollegen Anfang Herbst 2020 ins Gespräch kam. Gebraucht wurde eine Fantasy-Karte für ein neues Projekt: Ein Fantasy-Roman. Also wurde ich gefragt, ob ich nicht vielleicht eine passende Karte zeichnen könne und was ich dafür als Bezahlung verlange.

Ich fand mich in einer komplett neuen Situation wieder. Bisher ist noch niemand auf mich zugekommen und wollte mich als Cartographer engagieren. Nach einigem Hin und Her des Überlegens willigte ich ein und wir besprachen die Details. Es sollte eine isometrische Karte passend für die Doppelseite eines Taschenbuches werden, gehalten in schwarz-weiß bzw. Graustufen.

Werdegang

Von nichts, kommt nicht. Oder wie in diesem Fall: Ohne Vorlage, keine Karte. Also bat ich um eine Skizze. Nicht jeder ist zeichnerisch begabt und das verlange ich auch nicht. Für mich ist es nur wichtig zu erkennen, was wo liegt und womit ich es zu tun habe. So erhielt ich folgende Skizze, die ich mit Erlaubnis meines Autorenkollegen für meine Schilderungen benutzen darf.

Neben dieser Skizze erhielt ich sehr viel gestalterische Freiheit. O-Ton: „Wenn du meinst, hier muss ein Berg, Wald oder etwas anderes hin, dann mach das.“ Oder anders ausgedrückt, ich durfte mich austoben und dass auch noch bei einem sehr großzügig bemessene Zeitfaktor. Ich hatte nach Auftragseingang ca. 3 ½ Monate Zeit, vermutlich sogar mehr. Das ist insofern wichtig, weil hier sehr viel zu tun war und ich dank meiner gestalterischen Freiheit das eine oder andere Mal Zwischenergebnisse weitergeleitet habe, die wir besprechen mussten. Hierfür kann einiges an Zeit ins Land gehen.

Nachstehend habe ich eine Auswahl verschiedener Ergebnisse auf dem Weg zur fertigen Karte zusammengestellt.

Wie unschwer zu erkennen ist, gibt es von Bild 1 zu 2 (oben links nach Oben rechts) einige Änderungen. Zum einen wurden sie durch meinen Autorenkollegen angeregt und zum Teil von mir. Auffallend ist auch das Farbbild (Nr. 3). Schließlich sollte es keine Farbkarte werden. Der Grund ist leicht erklärt. Ich arbeite ab dem Punkt des Schattierens gerne in Farbe. Farben erhöhen mir den Kontrast und ich kann das fertige Bild später in Graustufen umwandeln. Für mich bedeutet das weniger Aufwand und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Mir hat die Zusammenarbeit sehr viel Spaß gemacht. Ich zeichne gerne und so habe ich mir überlegt, den Auftrag als Testlauf anzusehen. Ab sofort stehe ich gerne für weitere Aufträge dieser Art zur Verfügung. Solange ich eine Vorlage bekomme, kann ich alles realisieren: Eine Weltenkarte, einen Kontinenten, Detailkarten von Gebieten oder auch eine Städtekarte. Das Ergebnis ist am Ende auf jeden Fall ein Unikat. In meinem hoffentlich noch weiter wachsendem Kartenraum sind ältere und neue Werke von mir ausgestellt.