Tolino Media – Ein Erfahrungsbericht

Anfang des Jahres habe ich euch berichtet, dass ich meine Serie aus KDP select genommen habe, um sie über Tolino Media der breiten Masse an Lesern zugänglich zu machen. Heute gebe ich dazu meine Erfahrungen weiter und ziehe mein Fazit.

Listung in den Shops

Hierzu kann ich mich nur positiv äußern. Meine eBooks sind problemlos und vor allem sehr zügig eingestellt worden. Das von Tolino kommunizierte Zeitfenster zur Prüfung der Daten ist großzügig bemessen und noch nie bis ans Limit ausgereizt worden. Binnen zwei Tagen (unter der Woche) sind meine eBooks in den angeschlossenen Tolino-Shops erhältlich. Thalia war mit einer der schnellsten Shops und reagiert zu Bestzeiten innerhalb von 24h auf Änderungen jeglicher Art.

Abrechnungen

Dieser Part ist wohl für jeden sehr wichtig. Abrechnungen müssen transparent und zuverlässig sein. Das ist bei Tolino Media definitiv der Fall. Verkäufe werden nach Plattform, Datum, Erlösen oder Menge aufgeführt. Im Grunde ist das Verkaufsdashboard in der Funktion so aufgebaut wie bei vielen Distributoren. Nur das Outfit kann sich mal mehr oder weniger unterscheiden und arbeitet natürlich zeitversetzt. Anders als bei Amazon aktualisiert es sich am WE nicht, wie ich festgestellt habe, aber ansonsten 1x am Tag. Verantwortlich hierfür sind die Shops, die am WE nur auf Sparflamme laufen.

Marketing-Maßnahmen

Autoren bei Tolino Media haben die Möglichkeit, mit der Marketing-Abteilung Werbeplätze abzusprechen. Voraussetzung hierfür ist das Vorhandensein selbiger. Man sollte früh den Kontakt suchen, denn Werbeplätze sind heiß begehrt und meist mit wochenlanger Vorlaufzeit versehen. Meist handelt es sich um Rabattaktionen die mindestens 50% vom VK betragen müssen. Dafür wird man dann auf Seiten der Shops sichtbar hervorgehoben. Je nach Werbeplatz kann man auch im Newsletter aufgeführt werden.

Die Dauer ist hingegen sehr unterschiedlich. Manche Werbeplätze laufen ein paar Tage, mache wieder über eine Woche. Langfristig angelegte Werbestrategien sind hier also von Vorteil. Kurzfristig lässt sich wenig reißen. Einzig und alleine eigens auf die Beine gestellte Preis-Aktionen, die man im Dashboard hinterlegen kann, sind die Ausnahme. Nachteilig ist jedoch, dass man keinen Werbeplatz mit Hervorhebung in den Shops bekommt. Logisch, oder? Allerdings funktioniert auch hier die Umsetzung tadellos.

Skoobe

Skoobe ist eine Plattform für Vielleser via Flatsystem, ähnlich wie Kindle Unlimited bei Amazon. Hier musste ich erfahren, dass es immer mal wieder zu Problemen kommt. Regulär nimmt Skoobe 1x in der Woche neue Titel in sein Sortiment auf, das gilt auch für Änderungen oder auch Löschungen. Die Übermittlung der gelesenen Buchseiten und damit die Berechnung des Honorares für Autoren gestaltet sich hin und wieder schwierig. Tolino hat Vorgaben, wann die Berechnung jeden Monat erfolgt. Liegen die Daten seitens Skoobe nicht vor, wird die Abrechnung ohne jene erstellt. Als Autor erhält man im Dashboard eine Ankündigung dazu, die nicht zu übersehen ist. Man tappt also nicht im Dunkeln; noch ein Pluspunkt bei Tolino Media. Sowas ist natürlich unschön und leider erfährt man nicht woran das liegt. Über technische Probleme bis zum „Weiß der Geier was“ kann alles dafür verantwortlich sein. Generell wirkt Skoobe auf mich schon ein wenig unzuverlässig, was das angeht. Überzeugen konnte mich die Plattform leider nicht, auch was die Ausleihen angeht.

Fazit

Es fällt durchwachsen aus, trotz der eigentlich guten Zusammenarbeit. Aber das liegt nicht an Tolino Media. Ich kann den Distributor jedem empfehlen, wenn außerhalb von KDP veröffentlich werden soll. In den ersten Monaten hat es für mich wirklich so ausgesehen, als würde es für meine Serie dort gut laufen. Es gab ein paar tolle Marketingmaßnahmen, die nur leider keinen langanhaltenden Effekt gezeigt haben. Und auch die letzte Preis-Aktion mit Werbeplatz und von mir gekaufter Werbung auf anderen Plattformen lief absolut gar nicht. Das ist erst wenige Wochen her.

Natürlich kann es hierfür viele Gründe geben, alleine die derzeitige Pandemie ist wohl ein wirklich starker Faktor. Nichts und Niemand sind davon verschont geblieben. Und letztlich muss ich auch darüber nachdenken, ob meine Zielgruppe einfach zu klein ist, als dass es einen Unterschied macht, ob ich meine Serie gleich in vielen Shops zum Verkauf anbiete oder es lasse.

Selbst wenn Amazon für viele ein rotes Tuch ist und sich noch nie mit Ruhm bekleckert hat, wenn es um das Arbeitsrecht und Co. geht, so ist der Online-Riese leider noch die beste Anlaufstelle für Selfpublisher. Ihr lest es schon heraus und liegt richtig. Meine Serie ist gerade dabei, wieder bei KU einzuziehen. Leicht fiel mir die Entscheidung nicht, aber alles so weiter laufen zu lassen, macht für mich auch keinen Sinn.