Markt: Angebot, Nachfrage und mehr

Nachdem es im ersten Beitrag der Marketing-Reihe um den Begriff als solches ging, dreht sich heute alles um den Markt und wer dort auf wen trifft, welche Informationen sich daraus gewinnen lassen und wofür man sie nutzen kann. Vorweg gibt es jedoch noch eine einfache Definition mit auf den Weg.

Der Markt ist die Summe sämtlicher Produkte/Waren und Dienstleistungen aller Wirtschaftsbereiche, die es aktuell gibt.

Das kleine Wörtchen „aktuell“ ist ein wichtiger Bestandteil der Definition. Nur zu diesem Zeitpunkt ist der Markt ein geschlossenes System, das sich ansonsten in stetiger Bewegung befindet. Es herrscht ein Kommen und Gehen von Anbietern (z. B. Verlage & Selfpublisher) und Nachfragern (z. B. Leser). 

Dargestellt wird der Markt gerne in Form eines Kreisdiagramms. Aus der Sicht eines Selfpublishers bzw. Verlagsautoren dürfte es wie nebenstehend abgebildet aussehen.

Der Buchmarkt (Print- und digitale Medien) wird als Teil vom restlichen Markt abgegrenzt und lässt sich in noch feinere Strukturen gliedern. Da gäbe es Rubriken wie Sachbücher, Ratgeber oder die Belletristik und auch hier wird weiter unterteilt. Ihr kennt das sicher. Die meisten von euch lernen das schon sehr früh kennen.

Welche Informationen lassen sich hieraus gewinnen?

Da der Markt aus Anbietern und Nachfragern besteht, ist es nur natürlich, dass es hier viel über die Konkurrenz und deren Produkte einerseits und über seine Zielgruppe andererseits zu erfahren gibt. Nicht zuletzt lernt jeder Autor bei der Betrachtung des Buchmarktes, wo sein Werk einzuordnen ist.  Schauen wir uns diese 3 Punkte einmal näher an und rollen dafür das Feld von hinten auf.

Das eigene Werk platzieren!

Früher oder später muss jeder Autor Farbe bekennen. So mancher schreibt sein Buch erst, wenn Thema und Genre zusammengefunden haben, aber es gibt auch nicht wenige Autoren, die genau andersherum arbeiten. Grundsätzlich werden beide Seiten im Verlauf des Schreibprozesses mit folgenden Fragen konfrontiert.

  • eBook und/oder Taschenbuch?
  • Vielleicht noch ein Hörbuch?
  • In welches Genre gehört mein Buch?

Oft ist mir die letzte Frage begegnet und dann vorwiegend von Autoren, die sich im Vorfeld keine Gedanken gemacht und munter drauf losgeschrieben haben. Ein Beinbruch ist das nicht, jedenfalls nicht, wenn sich eine zufriedenstellende Antwort finden lässt. Die ist essentiell, um das eigene Werk am Buchmarkt zu platzieren. Damit geht man den ersten Schritt auf seine Zielgruppe zu und erhält einen Blick auf die Konkurrenz, gegen die man sich durchsetzen möchte.

Mischgenre haben es zuweilen schwerer. Je nachdem aus wie vielen gleichwertigen Genre das eigene Werk zusammengesetzt ist, lässt es sich schwer einordnen und ist damit ein Problemkind für den Autor und seine potentiellen Leser. Denn Leser sind Menschen und der Mensch ist nun einmal ein Gewohnheitstier. Fest etablierte Strukturen, in unserem Fall die Einteilung in verschiedene Kategorien mit Genre und Subgenre, machen es Lesern leicht, nach ihren Interessen ein Buch zu finden und auszuwählen. Und DAS ist auch das Ziel. Deswegen sollte ein Autor den Markt kennen und wissen, wo er sein Werk einsortiert.

Ein sehr interessantes Beispiel für ein erfolgreich etabliertes Mischgenre und damit die Wandlung des Buchmarktes ist die Romantasy – bestehend aus den beiden Genre Romantik und Fantasy. Sie ist aus dem englischsprachigen Raum nach Deutschland herübergeschwappt. Nach einem zurückhaltenden Start erfreut sie sich wachsender Beliebtheit. So glatt oder gar erfolgreich muss das aber nicht immer laufen. Die Leseransprache wird umso schwerer, je mehr vollwertige Genre aufeinandertreffen. Einfacher gestaltet es sich hingegen, wenn ein Genre überwiegt und nur Elemente aus anderen Genres mit einspielen. So gesehen könnte ein Krimi immer noch ein Krimi bleiben, aber zusätzlich ein paar Thriller-Elemente besitzen, statt überspitzt zu einem Krimi-Thriller zu mutieren.

Es gibt heutzutage kaum ein Buch in der Belletristik, das Elemente anderer Genre zu 100% ausschließt, aber nicht zwingend sein Genre sprengt. Innovative Kreationen wie die Romantasy brauchen auf jeden Fall Zeit, um sich zu etablieren. Das sollte man als Autor bedenken, wenn darauf der eigene Fokus liegt. Daher macht es durchaus Sinn vor Beginn eines Buchprojektes, sich damit einmal eingehender zu beschäftigen.

Der Frage nach dem Format (Print, eBook, Hörbuch) kann sich der Autor dagegen gelassen entgegenstellen. Es ist heutzutage kein Problem ein Print oder ein eBook herauszubringen. Beim Hörbuch ist die technische Komponente zuweilen noch eine Hürde, ganz zu Schweigen von weiteren Synchronstimmen für die handelnden Charaktere. Doch grundsätzlich erreicht man mit den erstgenannten Formaten eine solide Zielgruppe. Die Realisierung ist auch immer mit einer Kostenfrage verbunden, die sich natürlich auch in den anderen Medien niederschlägt. Denn erfahrungsgemäß sind eBooks günstiger als Taschenbücher oder gar Hardcover. Auch hiernach lässt sich entscheiden, welchen Leser man erreichen will. Im Zusammenspiel mit dem Genre lässt sich so schon eine sehr gezielte Aussage für spätere Strategien treffen.

Konkurrenz

Es ist überall auf dem Markt das Gleiche. Die Konkurrenz wird ausgespäht, um zu sehen, wie effektiv ihre Methoden in dem von einem selbst angestrebten Bereich greifen. Das nennt sich in Fachkreisen Marktforschung. Vermutlich denkt jetzt jeder an die nervigen Telefonanrufe irgendwelcher Institute, die einem Löcher in den Bauch fragen und man entnervt das Gespräch beendet, noch ehe es richtig begonnen hat. Nun das ist nur ein Teil der Marktforschung. Grundsätzlich lässt sie sich in zwei Bereiche unterteilen: Marktanalyse und Marktbeobachtung. Hier handelt es sich um einen aktiven und einem passiven Part. Die nervige Anrufe fallen definitiv unter Marktanlayse (aktiv), bei der aktiv Informationen eingeholt werden und sich vorwiegend an der Zielgruppe orientiert oder die, die man dafür hält.

Bei Selfpublishern steht meist die Marktbeobachtung im Vordergrund. An vorderster Front hätten wir da die Shops. Ungeschönter geht es nirgendwo zu und genau deswegen sollte da der Blick als erstes hinfallen. Der aufmerksame Beobachter wird sich folgendes anschauen, um an Informationen zu gelangen.

  • Cover (Darstellung)
  • Impressum (Lektorat, Coverdesigner/-quelle, Buchsatz und Co.)
  • Klappentext
  • Blick ins Buch
  • Preis
  • Bewertungen

Die Bewertungen sind hier besonders wichtig, weil sie – sofern einigermaßen sachlich vorgetragen – Aufschluss darüber geben, ob das Cover und der Klappentext passend zum Inhalt gewählt sind und den Leser positiv beeinflusst haben. Das Impressum hingegen verrät, wer mitgewirkt hat. Nicht selten stößt man so auf zukünftige Geschäftsbeziehungen. Schlussendlich bietet der Blick ins Buch eine abschließende Information über den sprachlichen Stil und inwiefern der Inhalt mit dem eigenen Werk vergleichbar ist. Auch zeigt sich hier, wie gut das Lektorat und der Buchsatz gelungen sind. Beides sind immerhin wichtige Qualitätsmerkmale und schlagen sich nicht selten im Preis nieder.

Zielgruppe: Leser

Am Markt interessieren sich Unternehmen vorwiegend für sozialdemographische Daten potentieller Kunden, um das Produkt bestmöglich in Szene zu setzen. Bei Selfpublishern spielen Alter, Wohnort, Einkommen usw. eine eher untergeordnete Rolle, solche Daten werden später wichtig. In erste Linie werden Interessen und Geschmäcker bedient. Schließlich ist das eigene Buch – es tut mir leid, das an dieser Stelle sagen zu müssen – ein Konsumgut. Als solches muss es im Marketing auch betrachtet werden.

Die gewünschten Informationen finden sich natürlich in den Shops, aber auch in den sozialen Medien wie Facebook und Co. Generell verraten einem die Leser in den Shops schon enorm viel über sich, wenn man den Verkaufsrang, die Bewertungen und die fachliche Arbeit der Konkurrenz als eine Einheit betrachtet. Ein detaillierteres Bild hierzu erhält man dann meist nach einem ausschweifenden Blick in die sozialen Medien.

Gelingt es einem, die Interessen und Geschmäcker der Leser zu treffen oder anzusprechen, befindet man sich auf einen guten Weg, sein Werk möglichst oft zu verkaufen. Es gibt mehr als eine Strategie hierfür. Welche es gibt und wie sich ihrer gerne bedient wird, soll jedoch Thema der nächsten Beiträge der Marketing-Reihe sein.


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